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44. Das Steinerne Haus Gutterhof).

De alte Butterhof, Ecke mittlere Bleiche und Gärtnergaſſe, hieß ehemals zum Steinernen Haus und ſtellt ein ſtatt liches einheitlich gebautes Haus dar. Ob daſelbſt eine Adels familie wohnte, konnten wir bis jetzt nicht erfahren. Im Hofe befindet ſich ein Wappenſchild mit undeutlicher Modellirung. Das Haus iſt ſehr baufällig.

Außerdem gab es noch ein Patrizierhaus zum großen und kleinen(blauen) Stein auf der Auguſtinerſtraße gegenüber der Schäfer'ſchen Dampfmühle. Es war ein Juden-Erbe und ſeiner­zeit das höchſte in der Stadt; heute iſt es das älteſte Haus in Mainz . In der Zeit von 1569 bis 90 war es ein Präbent­Haus des St. Albanſtiftes. Von ca. 16850 an gehörte es nebſt den beiden Häuſern zum kleinen Stein der Familie v. Schön born. Noch ſind in dieſem Hauſe alterthümliche Fenſter aus der gothiſchen Zeit*).

Ferner gibt es hinter dem Schaf in der Schafsgaſſe noch ein Steinernes Haus, welches heute zum Hackelſack heißt. In den Stadtaufnahmen von 1568 und 99 heißt es:Ein ſteinern Stockwerk und Haus, zum ſteinern Haus genannt, hinten gegen dem gulden Schaf über.

Zum Heißenſtein hieß der hintere Theil zum Fäßchen(jetzt der Laden Reilings) auf dem Flachsmarkt.

45. Der Scharfenſteiner Hof. iſt der große Gebäudecomplex, welcher auf der Kapuzinergaſſe

bei dem Scharfenſteinergäßchen, dem größten Theile des ehemal. Verwaltungs-Gebäudes der heſſ. Ludwigsbahn ſtand. Ein Theil

davon hieß der Färcher-Hof und gehörte früher der Frank furter Markt⸗Schifferzunft.

1632 ſtarb der letzte Graf v. Scharfenſtein und wurde in St. Ignaz begraben. Später kam der Hof an dieHunde von Saulheim, dann an die von Schwalbach, weiter an die Herren von Buſeck , dann an Greiffenclau, der ihn 1677 an Jacob Schmarre, einen Frankfurter Marktſchiffer, verkaufte.

) Lies Heckmann und WörnerOrts- und Landesbefeſtigungen des Mittelalters(1884).