28. Das Deutſch -Ordenshaus, jetziges Großherz. Palais an der Rheinſtraße, zwiſchen dem alten kurfürſtlichen Schloß und dem Zeughauſe.

Behen in den früheſten Zeiten hatten die deutſchen Herren (Ritter) hier an derſelben Stelle ihre Niederlaſſungen. Im Jahre 1258 war eine Ordenscommende zu Mainz (vorher zu Kaſtel ). Kurfürſt Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg , 1729 bis 1737) ließ die alten Gebäude abreißen und das neue ſtattliche Gebäude aufführen. Oben am Giebel iſt das Wappen der Pfalz­ grafen mit dem Deutſch-Ordenskreuze angebracht. Das Gebäude macht einen großartigen Eindruck durch ſeine mächtigen Größen verhältniſſe und den ſchönen rothen Sandſtein, in dem es erbaut iſt. Nach dem Schloßplatze zu ſind zwei Nebengebäude: links die Kapelle, rechts die Wohnung des Verwalters. Der Hof iſt durch ein großes Eiſengitter nach dem Schloßplatze zu abge⸗ ſchloſſen. In dieſem Palaſte lebten abwechſelnd Ritter und Comthure J des Maltheſer-Ordens. Auch wohnte darin ſeinerzeit der kur fürſtliche Miniſter Großſchlag aus Dieburg , ferner die k. k. Ge J ſandten am Kur-Mainzerhof v. Neipperg und v. Lehrbach ſpäter der Fürſtprimas v. Dalberg, als er noch Coadjutor (QAuat­tutter) war. Nachher kam Kaiſer Napoleon, von dem heute noch die Möbel vorhanden ſind. Nach dieſem der franzöſiſche General Harry und alle franzöſiſchen Feſtungsgßcommandeure. 1811 wohnte der König von Sachſen darin Des Verfaſſers ſel. Mutter iſt als kleines Kind bei dem damal. Verwalter Berbenich erzogen worden und erfuhr von ihrem Pflegevater manches Jutereſſante