Die Adelshöfe zu Mainz .

11. Der Boos'ſche oder Bibraer-Hof. (Booſen v. Waldeck))

m Ende der Langgaſſe, Ecke der Emmeransgaſſe, nach dem EA Schillerplatze zu, liegt der Boos⸗-Waldeck'ſche oder Bibraer-Hof, von dein jetzt noch ein Theil mit der Thorfahrt ſteht. Die Familie von Boos-Waldeck ſtammt vom Hunsrück , nach Anderen dus Frankreich , und hatte verſchiedene Burgen am, Rhein in Beſitz ſo einen Sitz bei Gaualgesheim , einen ſolchen bei, Trecht lingshauſen(Burg Sonneck), ferner am Ibener Hof, die Burg ſpäter die Beſitzungen Waldeck , Sayn , Montfort, Waſſenbach Waſſelitz) in Boöhmen. 1680 erhielt die Familie den Freiherren ſtand. Es gab auch im 30jährigen Krieg**) ein Mainzer In fanterie-Regiment Waldeck .

12. Der Boyneburger-, ſpäter Schönborner-Hof.

Der ganze Complex bei dem Emmeranskirchhofe, in der Em meransgaſſe anfangend, um die Ecke herum das Pfandhaus, das Laaf'ſche Haus und den ganzen goldenen Pflug umfaſſend, zeigt ſich der alte Boyneburger-Hof als ein würdiger Zeuge aus dem Mittelalter. Die Familie von Boyneburg iſt eine der älteſten Adelsfamilien Deutſchlands , ſpeziell Heſſens . Die Stammburg derſelben liegt bei Eſchwege im ehemaligen Kur heſſiſchen. Der ältere Stamm zeigt in ſeinem Wappenſchilde Silber und Schwarz geviertet. Auf dem Helme zwei Büffel hörner mit gewechſelten Farben, ſchwarz und weiß, reſp. weiß uͤnd ſchwarz.(Siehe Abbildung.)

Für den kaiſerlichen Feldoberſten Conrad Freiherrn von Boyneburg wurde das Reichs-Freiherren-Diplom, 30. October 1554 ausgefertigt. Die Linie v. Boyneburg-Hohenſtein mit dem Adler iſt bereits 1792 erloſchen. In der Kirche zu Armsheim iſt auch noch ein ſchönes Denkmal eines Herrn v Boyneburg Hohenſtein, der jedenfalls dortſelbſt wohnte.

Die Familie von Boyneburg-Hohenſtein hatte das Recht, zu ihrem Waͤppen als Hintergrund den alten Kaiſerlich Deutſchen Adler zu führen.

Den Booſen v. Waldeck gehörte auch die Booſenburg zu Rüdes heim, heute in Händen der Weinhandlung von J. B. Sturm dorkſelbſt. **) Siehe das Spezialwerkchen darüber GHeft III).